Ausflug von Dresden nach Stolpen – die Burgstadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

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Am 12.07.2012 unternahmen wir einen Ausflug von Dresden nach Stolpen. Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir in Richtung Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Burgstadt mit der legendären Burg Stolpen war unser Ziel.

Während der Fahrt von Dresden nach Stolpen zückte ich bereits meine Kamera, um aus dem Auto heraus, Fotos von der herrlichen Landschaft zu schießen. Und überhaupt, um Fotomotive einzufangen, die es morgen vielleicht nicht mehr geben könnte. Mein Schatz ist extra ein paar „Schleichwege“ gefahren bzw. hat kleine Umwege während unseres Ausflugs von Dresden nach Stolpen eingelegt, extra für mich. Wie süß von ihm. Der Himmel war strahlend blau und es war herrlich warm. Vielleicht sogar einen Ticken zu heiß. Aber egal …

Auf der Pirnaer Straße 
Pferde an der Landstraße
Schafe auf der Weide
Landschaftsidylle?

 

Natur pur

 

 
Stolpen in Sicht
Die Burg Stolpen erblickte ich schon von weitem, noch bevor das historische Niedertor in Sicht kam, was mit den Resten der Stadtmauer verbunden ist, die aus dem 15. Jahrhundert stammt. 
 

Burgstadt Stolpen

 

Niedertor Stolpen mit Stadtmauer
Die Burgstadt Stolpen liegt ungefähr 25 km von Dresden entfernt, weshalb sie gerne für einen Tagesausflug auserwählt wird. Die Kleinstadt in Sachsen, die vor allem wegen ihrer majestätischen Burg ein beliebtes Ausflugsziel ist, bietet den Besuchern noch viele andere Highlights und Dorfromantik. 
Imponierend ist ebenso der Basaltfelsen, auf dem die Burg Stolpen errichtet wurde. Rings um die sächsische Burgruine strecken sich mächtige Basaltsäulen gen Himmel, die wie eine Mauer die Veste umgeben, die Stolpener Burg stützen und schützen. 
Basaltsäulen stützen die Burg Stolpen

Es ist anzunehmen, dass der Name der Kleinstadt Stolpen im Landkreis Sächsische Schweiz- Osterzgebirge, der an das altslawische Wort „stolp“ angelehnt ist, sich auf die Basaltsäulen bezieht. Stolp bedeutet so viel wie Pfosten oder auch Mauer.         

 
Historische Altstadt Stolpen

 

Besonders schön ist die idyllische Altstadt von Stolpen mit ihren schmalen Gassen und dem Stolpener Markt, auf dem eine Nachbildung der Postmeilensäule steht. Der historische Marktplatz der Kleinstadt Stolpen ist im Übrigen ein Kulturdenkmal, welches einen besonderen Schutz genießt. Viele Gebäude der Stolpener Altstadt fielen 1723 einem großen Stadtbrand zum Opfer.

 

 

Stolpener Markt mit Postmeilensäule

Zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten von Stolpen zählen außer der Burgruine, in der die Gräfin Cosel 49 Jahre in Gefangenschaft lebte, das alte kurfürstliche Amtshaus als auch das neue Amtshaus, in dem das Stadtmuseum beheimatet ist und ebenfalls das alte Rathaus der Stadt Stolpen, welches nach dem Brand anno 1723 mit einem Dachreiterturm ausgestattet wurde. 

 

Evangelisch-Lutherische Stadtkirche Stolpen

Sehenswert ist überdies die Evangelisch-Lutherische Stadtkirche Stolpens, die von der Festung Stolpen aus ebenfalls zu sehen ist. Sie verfügt über eine barocke Holztafel, einen Beichtstuhl aus der Barockzeit und über ein Lesepult aus Holz, welches Theodor 
Quentin erschaffen hat. 

Wohin in Stolpen?

 

Auf zur Burg Stolpen

 

Burg Stolpen auf dem Basaltkegel

 
Burg Stolpen
Alljährlich zieht die Burg Stolpen auf dem Basaltkegel zahlreiche Besucher an, die aus der ganzen Welt kommen. Ich persönlich habe die Burg Stolpen zum ersten Mal als Kind besichtigt und daran fast keine Erinnerung mehr. Deswegen der Ausflug von Dresden nach Stolpen und die damit verbundene Burgbesichtigung.
Das Wetter zeigte sich zunächst noch von seiner schönsten Seite, doch schon bald zogen erste Gewitterwolken auf.
Aussicht von der Burg Stolpen
Burggelände Stolpen
Eingangstor Burg Stolpen
Gewitter über Stolpen

Der Wind brauste mächtig über den Burghof, fegte durch das alte Gemäuer der Türme auf der Festungsanlage Stolpen. Selbst in den Katakomben der Burg war das Heulen des Sturmwinds zu vernehmen, was so etwas wie Gänsehaut-Atmosphäre aufkommen ließ.

Im Weinkeller Burg Stolpen
Richtig gruselig wurde es, als ich nach dem Besuch beim Schlossgeist – eine witzige Idee, die bei den kleinen Burgbesuchern auf großes Interesse stößt – glaubte, mit einem „echten Burggespenst“ Bekanntschaft machen zu müssen. 
Mutterseelenallein stand ich im Weinkeller und blickte gebannt auf die schwere Holztür, die mit einem Riegel fest verschlossen war. Etwas war hinter dieser Tür, donnerte dagegen und versuchte einzudringen. So jedenfalls hatte es den Anschein. Sicherlich war es nur der Sturmwind, der an der Tür rüttelte, dennoch war es ein wenig unheimlich. 
Kellergewölbe der Burg Stolpen
Während draußen das Unwetter tobte, durchwanderte ich die Gänge im unterirdischen Bereich der Festungsanlage, lief geduckt durch die niedrigen Eingänge, um in die unterschiedlichsten Gewölbkeller zu gelangen. Es war sehr kalt in den Katakomben der Burg Stolpen. An einigen Stellen bahnte sich das Regenwasser den Weg durch die Ritzen des uralten Mauerwerks und hinterließ Pfützen auf dem steinernen Boden. 
  
Hoch hinauf auf den Siebenspitzenturm wollte ich auch noch. Beim Anblick der zuckenden Blitze am Himmel und dem gefährlichen Donnergrollen brauchte ich jedoch mehrere Anläufe, bevor ich mich entschloss, die Stufen des Siebenspitzenturms zu erklimmen, um die Aussicht von der Plattform zu genießen, die rund um den Turm verläuft.
 
 
Bei jenem mächtigen Unwetter war von Genuss keine Rede und gefährlich war es überdies, bei Gewitter auf der Plattform zu stehen, denn die Gefahr eines Blitzeinschlags bestand schließlich jederzeit. So zückte ich nur schnell die Kamera, um ein wenigstens ein Paar Fotos zu schießen und sah zu, dass ich auf schnellsten Wege wieder nach unten kam.  
   
Schöne Aussicht von der Stolpener Burg
Das heftige Gewitter, was mit starken Niederschlägen einherging, war der Grund, weshalb wir gar nicht dazu kamen, in aller Ruhe die gesamte Festungsanlage in Stolpen anzusehen. 
Die Besichtigung des Schlösserturms, mit dem Mönchsloch und dem Ketzerloch, verschoben wir auf den nächsten Ausflug von Dresden nach Stolpen, der sicherlich in Kürze stattfinden wird, sobald das Wetter wieder sommerlich ist und nicht die Gefahr besteht, auf der Burg Stolpen vom Unwetter überrascht zu werden.  

 

Aussicht vom Siebenspitzenturm
Als Gefängnis der Reichsgräfin Anna Constantia von Cosel, der langjährigen Mätresse von August dem Starken, erlangte die Burg Stolpen weit über die Landesgrenzen Sachsens hinaus Berühmtheit. Die Cosel lebte insgesamt 49 Jahre, bis zu ihrem Tod, auf der Veste Stolpen im Johannisturm, der aus diesem Grund den Namen „Cosel-Turm“ trägt. Obwohl meine Schuhe schon richtig nass waren und selbst die Hosenbeine bis zu den Knöcheln, ließ ich es mir nicht nehmen, den „Cosel-Turm“ auf Stolpen zu besichtigen.  
Burg Stolpen mit dem Cosel-Turm

 

 

Zu Besuch bei der Reichsgräfin von Cosel auf der Burg Stolpen

 

Die Reichsgräfin von Cosel, allgemein bekannt als Mätresse des sächsischen Kurfürsten und späteren Königs von Polen, wurde auf dessen Geheiß auf die Burg Stolpen gebracht, nachdem sie des Landesverrates bezichtigt wurde. Die Verlegung der Reichsgräfin vom Schloss Nossen auf die Burg in Stolpen fand unter sorgfältiger Geheimhaltung statt.

Im Coselturm auf der Burg Stolpen, die einst zum Schloss umgebaut wurde und später auch als Festung diente, können die Besucher sich vom damaligen Leben der gefangenen Anna Constantia von Cosel, geborene von Brockdorff, ein Bild machen. 

Wendeltreppe im Cosel-Turm

Eine steile Wendeltreppe im Johannisturm, mit zum Teil schon sehr ausgetretenen Stufen, führt von Etage zu Etage, hoch in den Turm hinauf. Ob die alte Gräfin, die immerhin 85 Jahre alt wurde, überhaupt noch in der Lage war, die zahlreichen Stufen der Wendeltreppe im Turm täglich zu meistern, um von ihrem Zimmer aus in die Küche und die anderen Räumlichkeiten zu gelangen? Es ist schwer vorstellbar. 

Das Bett der Gräfin von Cosel

Im Zimmer, in dem Anna Constantia von Cosel die meiste Zeit ihres langen Lebens verbrachte, steht noch das wenige Mobiliar. Zu diesem zählt auch ein dunkles Bett aus Vollholz, mit Baldachin und aufwendigen Handschnitzereien versehen, welches ziemlich kurz anmutet, fast wie ein Kinderbett erscheint. Der Kachelofen, der einst der Gräfin in dem kalten Gemäuer auf der Burg Stolpen wohlige Wärme spendete, ist ebenfalls noch vorhanden. 

Toilette der Cosel im Turm

Am interessantesten ist allerdings die Toilette, welche die ehemalige Mätresse des Kurfürsten von Sachsen damals nutze. die sich unmittelbar neben ihrem Bett befindet, in einer kleinen Nische, welche durch eine Tür zu betreten war. Durch das kleine Fenster bietet sich den Besuchern ein Blick auf die triste Toilette vor dem Fenster, eine Art Plumpsklo aus massiven Stein, abgedeckt mit einem Holzbrett was mit einer runden Aussparung in der Form eines Toilettensitzes versehen ist. Eine Toilettenspülung gab es zu jener Zeit allerdings nicht. Wohin die Hinterlassenschaften der Gräfin Cosel flossen, nachdem sie sich Erleichterung verschafft hatte, ist leicht zu erraten. .         

 

Eine Art Büro
Es ist kaum vorstellbar, wie Anna Constantia von Cosel fast ein halbes Jahrhundert in diesem Turm leben konnte, zu einer Zeit in der es noch kein elektrisches Licht gab, die einzige Art an Unterhaltung Bücher boten. 
Mir stellt sich die Frage, wer am Ende für die alternde Gräfin sorgte. War sie einsam und allein in den letzten Jahren und Monaten, Tagen vor ihrem Tod? 

Vielleicht erfahre ich mehr darüber, wenn ich erneut einen Ausflug von Dresden nach Stolpen unternehme, um die Burgbesichtigung fortzusetzen.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch einige Fotos von der Burganlage Stolpen zeigen und Sie  mit den aktuellsten Veranstaltungstipps versorgen. Am kommenden Wochenende – 21.07.2012 und 22.07.2012 – wird die Stolpener Burg vom „Volk belagert“, dann findet das historische Burghof-Fest auf der Burg Stolpen statt. Die Sonderausstellung „Aufgetischt“ ist ebenfalls auf der Burg Stolpen zu bewundern, in der Zeit vom 21.07.2012 bis zum 02.09.2012. 
Sofern Sie sich auf Dresden-Reise befinden, sollten Sie sich diese Veranstaltungen auf der Burg Stolpen nicht entgehen lassen. Von Dresden aus ist es schließlich nicht weit bis in die Burgstadt. Ein Tagesausflug zur Burg Stolpen lohnt sich jederzeit, auch wenn es stürmt und gewittert. 

 

Burghof Stolpen mit Blick auf den Cosel-Turm
Tümpel auf dem Stolpener Burggelände mit Sumpfdotterblume
Steigerturm
Kanone vor dem Fünfeck-Loch
Basaltsteine Burg Stolpen
Blick in den tiefsten Basaltbrunnen der Welt
Stolpener Burghof im Regen
Burgruine Stolpen

 

 

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