20. Dresdner Stadtfest mit neuem Highlight – City-Skyliner sorgt für barrierefreie Aussichten

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Im August 2018 findet das 20. Dresdner Stadtfest statt, dann geht es hoch hinaus. Das neue Highlight – der City-Skyliner – sorgt für einen atemberaubenden Panoramablick, und zwar barrierefrei.

Der City-Skyliner kommt nach Dresden und schon gibt es Probleme

Natürlich braucht eine Großveranstaltung wie das Dresdner Stadtfest einen echten „Knüller“, etwas Spektakuläres, einen Touristenmagneten, ein Highlight der besonderen Art. So etwas wie den gigantischen City-Skyliner. Der Standort für den derzeit weltweit größten mobilen Aussichtsturm war ursprünglich in der Nähe der Carolabrücke am Terrassenufer geplant. Daraus wird jedoch nichts, weil ein störrischer alter Regenkanal (man könnte gleichwohl Abwasserkanal dazu sagen) den schönen Plan zunichtemacht. Also wurde fieberhaft nach einer Lösung gesucht.

Binnen kürzester Zeit wurde der Postplatz als würdiger Ersatz auserkoren. Nicht wirklich überraschend, denn der Platz in unmittelbarer Nähe des Dresdner Zwinger war ohnehin als favorisierter Standort des Mobilturms nach dem Stadtfest vorgesehen. Der 81 Meter hohe Stahlkollos samt verglaster Aussichtsplattform muss am  Freitag noch vom TÜV abgenommen werden. Sobald „grünes Licht“ gegeben wird, geht es mit Beginn des 20. Stadtfests in Dresden barrierefrei hoch hinaus.

Braucht Sachsens Landeshauptstadt einen mobilen Aussichtsturm?

Terrassenufer Dresden

Das schöne Elbflorenz von oben sehen, einen 360-Grad-Rundumblick genießen, auf die historischen Sehenswürdigkeiten der sächsischen Hauptstadt gucken – herrlich! Die kleinen Schmuddelecken kann das Auge des Betrachters hoch über der Stadt nicht entdecken, die bleiben weiterhin so gut wie unsichtbar. Der Panoramablick dürfte dennoch allgemein etwas getrübt sein. Nein, nicht des Wetters wegen.

Ein Kran am anderen ragt gen Himmel, denn gebaut wird fleißig in der Innenstadt. Schließlich gilt es, etwas für den „sozialen Wohnungsbau“ zu tun. Wer vom mobilen Aussichtsturm die bereits errichteten Neubauten im Stadtzentrum erspäht, ahnt wohl sofort, dass dort später keine sozialschwachen Familien wohnen werden. Es sei denn, sie haben Gönner, welche für die teuren Mieten aufkommen. Aber das ist ein anderes Thema, was an dieser Stelle nicht ausdiskutiert werden muss.

Wohnungsbau Wallstraße Dresden

Anders verhält es sich hingegen mit der Frage aller Fragen, die da lautet: Ist es nötig, zum 20. Stadtfest mit dem mobilen City-Skyliner aufzutrumpfen – braucht Dresden einen weiteren „Ausguck“? Weil das Event mit mehr als 500000 (?) Besuchern zu den größten seiner Art zählt, wollte sich die Landeshauptstadt Sachsen nicht lumpen lassen und machte scheinbar Unmögliches möglich. Der City-Skyliner rollte an. Über Sinn und Unsinn lässt sich diesbezüglich streiten.

Dresden barrierefrei von oben sehen – ein teurer Spaß für 7 Minuten Aussicht

Der neue „Stadtfest-Held“ sorgt tatsächlich für Diskussionen. Erst gestern hörte ich ein kleines Grüppchen, bestehend aus Frauen und Männern im fortgeschrittenen Alter, darüber reden. Empörung stand im Vordergrund. Es wurde geschimpft, besser könnten es die Rohrspatzen nicht tun, und die Nase gerümpft. Zu teuer sei das neue Highlight des Dresdner Stadtfests und außerdem „vollkommener Schwachsinn, unnötiger Mist – braucht kein Schwein so was“. Ja, so drückte es einer der älteren Herren wortwörtlich aus. Von Wucherpreisen war sogar die Rede.

Die erzürnte Reisegruppe, die eigentlich Dresden barrierefrei von oben sehen wollte, sprach sich gegen eine Fahrt mit dem City-Skyliner während des Stadtfests aus. Immerhin muss ein Erwachsener für 7 Minuten Fahrzeit plus Panoramablick an die 8,00 Euro „blechen“. Fünf Euro zahlen Eltern zuzüglich für ihren Nachwuchs zwischen 4 und 12 Jahren. Lediglich die unter Vierjährigen profitieren von einer Gratisfahrt zur Aussichtsplattform. Pro Nase (zusammengerechnet) kommt für Familien mit mehreren Kindern ein stattliches Sümmchen zusammen. Wobei, das sollte noch erwähnt werden, es gleichwohl noch Ermäßigungen gibt. Aber was macht am Ende ein Euro weniger aus, wenn das Geld ohnedies schon knapp ist?

Canalettoblick aus einer anderen Perspektive

Allerdings, etwas Positives hat die ganze Sache auch, ist der barrierefreie Zugang zur voll klimatisierten Kabine des City-Skyliners ein absolutes Plus. Schließlich können so auch Menschen mit Handicap, insbesondere Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer, den berühmten Canalettoblick aus luftiger Höhe genießen. In meiner Heimatstadt gibt es zwar einige imposante Aussichtstürme, jedoch sind nicht alle frei zugänglich für Personen mit Beeinträchtigungen. Die über Sachsens Landesgrenzen hinaus bekannte Frauenkirche verfügt nach ihrem millionenschweren Wiederaufbau leider nur über einen Treppenaufstieg zur Kuppel. Für Gehandicapte (Seh- und Gehbehinderte) ein unüberwindliches Problem.

Dass Menschen mit Einschränkungen weder die Emporen noch die Aussichtsplattform des berühmten Monumentalbaus auf dem Neumarkt erreichen können, ist schon schlimm genug. Obendrein wurde von behördlicher Seite nicht einmal an einen barrierefreien Zugang zur Unterkirche gedacht. Wäre die Dresdner Frauenkirche eine Ruine geblieben, in Schutt und Asche gelegen, gäbe es heute zwar einen Aussichtspunkt weniger aber dafür eine Attraktion mehr, die barrierefrei ist.

Ich lasse das Stadtfestwochenende vorübergehen, um (mir) hernach ein Bild vom mobilen „Stahlmonster“ zu machen. Schließlich steht der modernste und höchste Aussichtsturm auch nach dem 20. Stadtfest noch auf dem Postplatz. Sofern kein Orkan wütet, man weiß ja nie. In der Zeit von 11:00 Uhr bis 22:00 Uhr, ab dem 17.08.2018 bis zum 14.10.2018, geht es in Sachsens Landeshauptstadt barrierefrei hoch hinaus. Wenn das nicht sensationell ist, was denn dann?

Was ist sonst noch los beim 20. Dresdner Stadtfest

Selbstverständlich gibt es beim diesjährigen Stadtfest in Dresden mehr zu sehen als das neue Highlight und schöne Aussichten von oben. Zu hören gibt es ebenso etwas, denn an ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm an verschiedenen Orten in der City wurde natürlich gedacht. Außerdem gibt es trotz hitziger Temperaturen viel Gewusel auf „engsten Raum“, denn es werden wie immer zigtausend Stadtfestbesucher erwartet. Und Achtung: Wo gefeiert wird, sind auch Taschendiebe nicht weit. Also schön die Geldsäckchen festhalten und die „Wertsachen“ möglichst nicht zu lange aus den Augen lassen.

Wer mit dem Auto anreisen möchte, sollte sich auf einen längeren Fußmarsch durch die Innenstadt gefasst machen, denn auf den Straßen ringsum geht fast nichts mehr. Dafür fahren die öffentlichen Verkehrsmittel (Straßenbahnen und Busse) zwischen Freitag und Sonntag häufiger als sonst. Ein fantastisches Feuerwerk über der Elbe wird es auch wieder geben. Also, auf nach Dresden und „feste“ feiern!

Anmerkung, Fotonachweis und ein bisschen Werbung zugleich:

Die Fotos in diesem Artikel mit den Ansichten „Dresden von oben“ stammen von Bernd Wollrabe, dem Göttergatten der Autorin Alma Marianne Vàlki-Wollrabe. Deren „köstliche Pilz-Lektüre“ habe ich auf meinem ehemaligen Blogspotblog wohnen & wohlfühlen (heute wohnenundwohlfühlentipps.de)  vorgestellt. In Kürze wird es ein weiteres Kochbuch der leidenschaftlichen Köchin geben, die ihr Talent wohl von ihrem leiblichen Vater, einem temperamentvollen Ungarn und Profikoch, in die Wiege gelegt bekam. Ich sage nur: Lesen lohnt sich!

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