Apfelernte: Darf ich in Dresden Äpfel selber pflücken oder von der Wiese sammeln?

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Zeit für die Apfelernte in Dresden: Zahlreiche Apfelbäume stöhnen unter der Last ihrer knackigen Früchte. Viele Äpfel fallen von alleine vom Baum. Darf da ungeniert zugegriffen werden? Einige Leute tun es einfach, aus den unterschiedlichen Gründen, und freuen sich über kostenloses Fallobst mit viel Geschmack. Manch einer kommt sogar auf die glorreiche Idee, auf scheinbar herrenlose Apfelbäume zu klettern, um das leckere Obst zu ernten. Selbstpflücker in Dresden „begeben sich auf dünnes Eis“, wenn sie Äpfel einsammeln oder direkt vom Baum pflücken, ohne vorher zu fragen.

Apfelbaum Dresden Melli Beese Wohnhaus Laubegast

In den Geschäften liegen sie in Obststiegen, die saftigsten Äpfel aus Sachsens Landeshauptstadt: knackig, auf Hochglanz poliert und zum Hineinbeißen schön. Wozu überhaupt Äpfel kaufen, wo doch gerade die Apfelernte in Dresden im Gange ist und viele Früchte sogar auf den Wiesen liegen? Da kann man doch schnell mal die Obstwiesen durchqueren, um das Fallobst einfach aufsammeln. Oder etwa nicht?

Unerlaubte Selbstbedienung auf Obstplantagen kann teuer werden!

Wer beim eigenmächtigen, nicht gestatteten Ernten von Äpfeln in Dresden erwischt wird, sogar nur beim Aufsammeln der Früchte von der Wiese, hat schlechte Karten. Eine Anzeige könnte die Folge sein. Selbst wenn Apfelbäume auf öffentlich zugänglichen Flächen stehen, wie zum Beispiel jene am Dorfteich in Dresden Weißig (Foto unten), so gehört das Gelände dennoch jemanden. Und dieser „Jemand“ kann Obstdiebe jederzeit belangen.

Das Veto, die Äpfel auf der Wiese würden eh nur vergammeln, zählt vor Gericht nicht. Wenngleich es das Delikt „Mundraub“, welches im deutschen Strafgesetzbuch bis anno 1975 im § 370 als „Verbrauchsmittelentwendung“ verankert und mit einer Geldstrafe bis zu 150,00 DM belegt war, schlimmstenfalls sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 6 Wochen geahndet werden konnte, nicht mehr gibt, so bleibt das Sammeln von Äpfeln für den alsbaldigen Verbrauch (im Sinne von Verzehr) auf fremden Boden dennoch ein Tatbestand. Ich entschuldige mich an dieser Stelle für den ewig langen Schachtelsatz, doch mir war einfach danach.

Nun bringe ich es mal kurz und knackig auf den Punkt: Wer ohne Erlaubnis in Dresden Äpfel erntet, begeht somit „Obstklau“ – also Diebstahl. Und was dann? Sofern der Wert der unerlaubten Apfelernte weniger als 30,00 Euro (mitunter auch 50,00 Euro – je nachdem, wo darüber entschieden wird) beträgt, handelt es sich immerhin um Diebstahl „geringwertiger Sachen“. Bekommt der Eigentümer der geklauten Äpfel davon Wind, kann er den Apfeldieb anzeigen. Sofern er ihn auf frischer Tat erwischt, stehen seine Chancen gut. Ansonsten ergeht lediglich eine „Anzeige gegen unbekannt“, die irgendwann eingestellt wird, weil „derjenige welcher“ nicht ermittelt werden konnte.

Soweit – so gut, ich möchte hier keine Rechtsberatung vornehmen, zu der ich ohnehin nicht befähigt bin, da ich weder Anwältin noch Rechtsberaterin bin. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass Äpfel klauen in Deutschland ein „Tatbestand“ ist. Selbstpflücker können trotzdem in den Genuss der sächsischen Baumfrüchte kommen, ohne dafür belangt zu werden. Sachsen ist ja bekannt als Apfelparadies: Elstar, Golden Delicious, Jonagold und weitere Apfelsorten sind in aller Munde. Wenn die Apfelernte in Dresden ansteht, benötigen viele Bauern und Obstplantagenbesitzer helfende Hände. Selbst Streuobstwiesen kommen nicht ohne Erntehelfer aus. Dann heißt es oft: Freiwillige vor! Eine gute Gelegenheit, um kostenlos zu frischem Obst zu kommen, ganz legal.

 

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