DDR-Krimi „Verlorenes Land“ von Andreas M. Sturm

Rezension DDR-Krimi Verlorenes Land

„Verlorenes Land“ ist ein spannender DDR-Krimi von Andreas M. Sturm. Der Dresdner Autor führt seine Leser zurück ins Jahr 1982. Ein Mord im Hinterhof der Äußeren Neustadt beschäftigt die Kripo Dresden. Volkspolizist Uwe Friedrich nimmt mit seinem Chef, Oberleutnant Ludwig Unger, die Ermittlungen auf.

 

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Meine Rezension für den ersten DDR-Krimi „Verlorenes Land“ von Andreas M. Sturm wäre längst schon geschrieben, wenn ich das Buch hätte sofort lesen können. Kaum hatte ich das Exemplar mit persönlicher Widmung des Dresdner Autors aus dem Briefkasten genommen und auf den Tisch gelegt, war es wenige Stunden später bereits verschwunden. Mein kleiner Bücherwurm war schneller, ich hatte das Nachsehen. Aber auf gute Lektüre warte ich gerne etwas länger. Besonders wenn sie spannend ist und obendrein noch einen Bezug zur Heimat hat.

Neugierig? Dann möchte ich dich nicht länger auf die Folter spannen und dir heute bei www.dresdenreisetipps.de den ersten DDR-Krimi von Andreas M. Sturm vorstellen.

Andreas M. Sturm Krimi DDR

DDR-Krimi „Verlorenes Land“ von Andreas M. Sturm

 

In „Verlorenes Land“ führt der Autor Andreas M. Sturm seine Leser durch die Äußere Neustadt, die zu DDR-Zeiten noch nicht so bunt und schrill war wie heute. Damals wirkte alles dort sehr dunkel. Farbtupfer bildeten die gelben Telefonzellen, bunte Blumen und die flatternde Wäsche auf den Leinen in den Hinterhöfen, in denen sogar noch vereinzelt Toilettenhäuschen standen. Trotz alledem war von Tristesse keine Spur, denn das Leben pulsierte in den schmalen Gassen des einstmaligen „Antonviertels“.Dresden Reisetipps

Die Volkspolizisten, zu jenen zählte auch Leutnant Uwe Friedrich (jedenfalls im DDR-Krimi „Verlorenes Land“ von Andreas M. Sturm) mussten in der Regel Streitigkeiten unter Saufkumpanen schlichten, verirrte Rentner suchen, ausgebüchste Jugendliche „einsammeln“ und Diebstähle aufklären sowie Verstöße im Straßenverkehr ahnten. Viel hatten die Genossen der VP (Abkürzung für Volkspolizei) nicht zu tun. So schien es jedenfalls.

 

Mord in der Äußeren Neustadt: Kripo Dresden ermittelt

 

Eines Tages im Februar 1982 geschah jedoch etwas, was sowohl die Anwohner des Dresdner Stadtbezirks als auch die Genossen der Volkspolizei in helle Aufregung versetzte. Ein Mann wurde in der Äußeren Neustadt erschossen aufgefunden. Sabine Fuchs wäre fast über die Leiche gestolpert. Sie wollte wie üblich am Morgen nur schnell ihr Geschäft im Toilettenhäuschen verrichten. Ein merkwürdiges Bündel, was am Abend zuvor noch nicht vor dem „stillen Örtchen“ gelegen hatte, versperrte ihr den Weg. Sie nahm kurz Notiz davon und umging das Hindernis.

Nachdem die junge Frau ihre Notdurft verrichtet hatte, trat sie erleichtert ins Freie. Neugierig nahm sie daraufhin das im Weg liegende „Etwas“ genauer unter die Lupe. Ihr stockte der Atem. Schnell stellte Sabine fest, dass vor ihr eine Leiche lag. Das roch auf jeden Fall nach Ärger, so viel war klar. Was sollte sie tun? Ihre Gedanken überschlugen sich. Dann fiel ihr Anton Jäger ein. Der alte Nachbar wusste sicherlich Rat. Nachdem dieser wenig später einen Blick auf den toten Mann geworfen und verächtlich feststellte, dass es „um den Kerl nicht schade“ wäre, fordert er die junge Nachbarin auf, sofort zur nächsten Telefonzelle zu laufen, um die Volkspolizei zu informieren. Seinen Namen sollte Sabine jedoch nicht ins Spiel bringen. Hatte Anton Jäger etwas zu verbergen?

 

Was trieb Siegfried Rost, so der Name des ermordeten Mannes, auf dem Hinterhof in der Äußeren Neustadt? Der gut gekleidete Herr passte so gar nicht in diese Gegend, die allerdings nicht weit entfernt vom Weißen Hirsch lag, wo jener laut Personalausweis wohnhaft war. Dies stellte der junge Leutnant Uwe Friedrich, der zusammen mit seinem Chef Ludwig Unger am Tatort die Spuren sicherte, sofort fest. Die Papiere des Toten sagten weiterhin aus, dass Rost im Jahre 1940 geboren wurde und im VEB Pentacon arbeitete.

VEB Pentacon DDR Wenig später in der Polizeidienststelle griff Unger zum Telefonhörer, wählte auf der Drehscheibe die Nummer der Kaderabteilung des Betriebes auf der Schandauer Straße, um weitere Informationen über das Mordopfer einzuholen. So erfuhr der Oberleutnant der VP nicht nur, in welchem Betriebsteil Siegfried Rost beschäftigt war, sondern auch von dessen Ehefrau. Die unschöne Aufgabe, die Gattin über das unnatürliche Ableben ihres Mannes zu informieren, überließ er Leutnant Uwe Friedrich.

Während seiner Ermittlungen im Mordfall Siegfried Rost findet er heraus, dass der Ermordete in dubiose Machenschaften verstrickt war und kommt so der Devisenbeschaffungsgesellschaft KoKo auf die Spur. Als die Stasi davon Wind bekommt, wird der Kriminalpolizei Dresden der brisante Fall entzogen. Uwe will sich damit nicht abfinden. Der ehrgeizige Leutnant der VP ermittelt auf eigene Faust weiter. Sein Vorgesetzter sorgt dafür, dass Friedrich nicht auffliegt. Was notgedrungen auch in seinem Sinne ist, denn der junge Kollege hat etwas gegen Ludwig Unger in der Hand.

Sabine und der Volkspolizist werden im Laufe der Zeit ein Liebespaar. Er nennt sie liebevoll „kleine Fuchsi“. Sie berät ihn nicht nur in Einrichtungsfragen, sondern unterstützt ihren Uwe auch bei der Aufklärung des Mordfalls Rost. Schließlich kennt sie sich in der Dresdner Neustadt bestens aus und dort auch „Hinz und Kunz“. Während seiner Recherchen, die weit in die Vergangenheit des Mordopfers reichen, deckt Uwe Friedrich etwas Ungeheuerliches auf. Nun wird der Fall richtig gefährlich.

 

Buchvorstellung Verlorenes Land von Andreas M. SturmMöchtest du wissen, wie die Sache ausgeht? Dann solltest du dir den ersten Kriminalroman aus DDR-Zeiten von Andreas M. Sturm nicht entgehen lassen. Übrigens erfährst du ganz nebenbei noch, wie es einst aussah in Sachsens Landeshauptstadt, damals als Deutschland in zwei Teilen und die Dresdner Frauenkirche noch als mahnendes Monument in Trümmern lag.

 

Eckdaten:

Verlorenes Land

Ein DDR-Krimi aus Dresden

von Andreas M. Sturm

Verlag edition krimi

Erscheinungsjahr 2021

Kartoniert, 330 Seiten

ISBN 978-3-946734-82-6

Buchpreis 13,00 Euro (D)

eBook epub

ISBN 978-3-946734-90-1

Preis 8,99 Euro (D)

 

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Über den Autor

Der Dresdner Autor Andreas M. Sturm hat sich vorwiegend auf Kriminalromane spezialisiert, die einen regionalen Bezug zu seiner Heimatstadt haben. „Verlorenes Land“ ist sein erster DDR-Krimi. Und dieser ist ebenso spannungsgeladen wie alle anderen Werke aus der Feder von Andreas M. Sturm, den ich vor einigen Jahren während seiner Lesung im Bestattungshaus auf der Österreicher Straße in Laubegast persönlich kennenlernte.

 

2 Kommentare

  • Alma Marianne

    Liebe Kerstin, deine Rezension ist so spannend geschrieben, dass ich neugierig auf das Buch bin. Ich hoffe, der Autor weiß deine kostenlose Werbung zu schätzen. Da ich selber auch schreibe, weiß ich, dass du bestimmt einige Stunden Zeit für die Rezension zu schreiben investiert hast. Garantiert sehr viel mehr als es der Buchpreis ist.

    Liebe Grüße
    A.M.

  • Kerstin Schuster

    Hallo A.M.,
    ganz lieben Dank für deinen Kommentar, den ich auch als eine Art „Lohn“ für meine Arbeit ansehe. Es freut mich sehr, dass du auf meine Rezension von „Verlorenes Land“ aufmerksam geworden bist und ich dich neugierig auf den DDR-Krimi von Andreas M. Sturm machen konnte. Ja, ich bin etwas übers Ziel hinaus geschossen, meine Buchvorstellungen fallen sonst nicht so umfangreich aus. : )
    Liebe Grüße Kerstin

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